3. Quartal 2011


Vize-Weltmeisterin 70.3 Ironman PDF Drucken
Freitag, 16. September 2011 02:09
Was für eine Woche! Am letzten Mittwoch bin ich nach Las Vegas geflogen. Am Donnerstag war ich mit dem Rad auf der Wettkampfstrecke und schon nach eine Stunde war ich buchstäblich gekocht. Die Temperaturen lagen bei ca. 40 Grad. Am Renntag war es nicht ganz so heiss und es war ein Vorteil, dass wir Profis bereits um 6:30 (Herren) resp. 6:32 (Damen) starten konnten. Das Schwimmen lief nicht so gut. Ich war zwar in einer Gruppe, allerdings an zweitletzter Position. Zu spät erkannte ich, dass sich die Gruppe schon nach wenigen hundert Metern teilte. Der Druck auf dem Rad war jedoch da. Darauf kann ich mich wirklich immer verlassen. Mein P4 wurde mit Ceramic Speed getunt und nichts dem Zufall überlassen. Tausend Dank! Beim Wendepunkt nach ca. 20 Meilen konnte ich mich gut über die Situation orientieren und arbeitete mich bis zur Wechselzone auf den dritten Rang vor. Dabei verlor ich bestimmt über ein Minute, weil ich eine gelbe Karte erhalten hatte. Nachdem wir auf eine Querstrasse abbiegen mussten (wir mussten auf die linke Seite der mehrspurigen Strasse) fuhr ich am linken Strassenrand statt ganz rechts. Schon nach wenigen Metern wurde ich von einem Schiedsrichter verwarnt. Das brachte mich total aus dem Konzept. Ich musste beim „Pentaly Tent“ kurz vor der Wechselzone anhalten und die ganze Prozedur mit den Schiedsrichtern dauerte ziemlich lange. Die Laufstrecke war in 3 Runden aufgeteilt (1 Meile bergab, ½ Meile fast flach, 2 Meile berghoch, 1 Meile bergab). Beim Beginn der zweiten Runde stieg Julie Dibens aus. Die Führende Melissa Rollison flog förmlich über die Laufstrecke und lief den Halbmarathon 4 Minuten schneller als ich. Ich konnte jedoch die Verfolgerinnen in Schach halten und bin mit meiner Laufleistung sehr zufrieden. Fast 6 Minuten hinter Melissa lief ich als Zweite ins Ziel. Mit dem Vize-Weltmeistertitel habe ich wirlich nie gerechnet. Umso schöner ist dieser Erfolg. Ich muss mich auch nicht über die verlorene Minuten wegen der gelben Karte ärgern oder über die misslungene Schwimmleistung. Melissa war für mich unschlagbar und ich habe mit dem zweiten Platz das Maximum herausgeholt. Inzwischen habe ich mich in einem kleinen Appartement gut eingelebt und bleibe noch bis am 22. September in Henderson, ein Vorort von Las Vegas. Am Montag habe ich in Las Vegas die tollen Hotels bewundert und wir waren im Factory Outlet einkaufen. Das Highlight war ein Besuch des Musicals „Lion King“. In der Nähe von meinem Appartement gibt es im Umkreis wenigen Kilometern ein Hallenbad und ein Freibad. Am Dienstag war ich im Hallenbad. Es hat 10 Bahnen. Mit mir waren 3 Personen im Wasser und wir wurden von 4 Lifeguards überwacht, die sich alle 30 Minuten abwechselten (2 im Dienst, 2 machten Pause). Da konnte wirklich nichts passieren! Heute war ich im Nationalpark Laufen und am Nachmittag noch vier Stunden mit dem Rad unterwegs. Ich habe mehr Wüstenmäuse gesehen als Autos. Das nächste Mal nehme ich den Fotoapparat mit und lade einige Bilder auf meine Galerie. Es ist wirklich der Hammer!
 
70.3 Ironman Europameisterin PDF Drucken
Sontag, 21. August 2011 06:28
Ich hatte mich vom Ironman Zürich schneller erholt als erwartet und entschloss mich kurzfristig, an der Europameisterschaft in Wiesbaden  zu starten. Am Samstag hörte ich von verschiedenen Seiten, dass die Radstrecke technisch sehr anspruchsvoll ist. Wir entschlossen uns, den zweiten Teil mit dem Auto zu besichtigen. Das war eine gute Entscheidung. Das Schwimmen fand in einem kleinen See statt. Die Strecke war mit vielen Bojen gut markiert. Mit meiner Leistung im Wasser bin ich zufrieden, obwohl es mir nicht gelang, in einer Gruppe zu schwimmen. Ich wechselte als 16. auf die für uns gesperrte Radstrecke. Schon auf den ersten 10 km konnte ich einige Plätze gutmachen. Die Strassen waren zu Teil noch nass. Zwischen Kilometer 10 und 40 gab es viele Waldpassagen mit einigen Abfahrten. Das war der Streckenabschnitt, den ich nicht kannte. Entsprechend vorsichtig war ich unterwegs. Nachdem ich Wiesbaden passiert hatte, kam die längste Steigung und ich befand mich auf bekanntem Terrain. Es gelang mir, ca. 10km vor der Wechselzone, die Führung zu übernehmen. Nach einer rasanten Abfahrt zurück nach Wiesbaden wechselte ich in die Laufschuhe. Ich fühlte mich gut und rannte zügig los. Ich lief ohne Uhr (Batterie leer), bekam aber die Zeiten pro Kilometer von meinem offiziellen Begleiter auf dem Velo mitgeteilt. Nach 2km musste ich eine WC Pause einschalten. Als ich wieder auf der Strecke war, lief Anja Ippach nur 30m hinter mir. Ich entschied, das Tempo gleichmässig weiterzulaufen und mich an ihre Fersen zu heften, falls sie mich überholte. Das geschah jedoch nicht. Der Abstand wurde grösser. Wir liefen 4 Runden durch einen wunderschönen Stadtpark. Es war eine abwechslungsreiche Laufstrecke und die Stimmung war grossartig. Mein Vorsprung stieg von Runde zu Runde. Der Zieleinlauf war fantastisch und ich freute mich über den Europameistertitel. Inzwischen ist schon wieder eine Woche vorbei. Mein Tagesablauf gestern Samstag: Hausarbeit, Frühstück, Hund spazieren führen, 1 Pferd reiten, 75min Laufen (Grundlage), Mittagessen, 1.5h Gartenarbeit, 5h Radfahren über die Ibergeregg, Grillieren am Sempachersee. Bereits am 7. September fliege ich nach Las Vegas und starte 4 Tage später in Henderson an der 70.3 Ironman Weltmeisterschaft. Am 22. September fliege ich weiter nach Kona. Am 8. Oktober stehe ich zum letzten Mal an der Startlinie und versuche, am Ironman Hawaii mein Leistungsvermögen auszuschöpfen.
 
1. Rang beim Ironman Zürich PDF Drucken
Freitag, 15. Juli 2011 14:39

Mit gemischten Gefühlen sah ich dem letzten Rennen in der Schweiz entgegen. Die Vorbereitung lief nicht optimal. Ich konnte einige lange Trainingseinheiten nicht wie geplant durchführen. Einmal hatte ich einen Kettenriss kurz vor der Passhöhe bei der Ibergeregg. Das war auch ein spezielles Gefühl, plötzlich am Boden zu liegen…. Ich rollte zurück nach Seewen zu einem Radsportgeschäft und kaufte eine neue Kette statt ein Red Bull. Andere Male  spielte das Wetter nicht mit, wenn ich Zeit für eine Radtour über 3 Stunden hatte oder ich war einfach zu müde. Einzig beim Schwimmen war ich guter Dinge. Dort legte ich am letzten Sonntag auch den Grundstein zu meinem Erfolg. Ich konnte meinen Rückstand  auf die Spitze von 14 Minuten im letzten Jahr auf 7 Minuten halbieren. So übernahm  ich bereits beim Heartbreak Hill nach 80km die Führung vor Amy Marsh. In der zweiten Runde büsste ich für das hohe Tempo und Krämpfe  in den Beinen zwangen mich, den Krafteinsatz zu reduzieren. So war der Vorsprung beim Beginn des Marathons nur knapp 4 Minuten. Die Krämpfe hatte ich im Griff und ich konnte mit einem Tempo von ca. 4:10 pro Kilometer loslaufen. Die Unterstützung der Zuschauer war auch in diesem  Jahr riesig. Viele bekannte Gesichter habe ich vor einem Jahr am Streckenrand gesehen. Die Meisten waren auch in diesem Jahr wieder da. Darüber habe ich mich sehr gefreut, auch wenn ich mich nicht aus der Konzentration reissen lies. Vielen herzlichen Dank!  Ich wurde über meinen Vorsprung laufend informiert. Das Tempo Sport Team sowie Heinz Rieder haben das toll organisiert. Nach den Ersten von vier  Runden lag ich 6 Minuten vor Amy Marsh. Ich wusste, dass ich mir keinen Einbruch erlauben durfte, hatte aber ein Heimvorteil auf meiner Seite. Es ist fantastisch, dass ich meinen letzten Auftritt in der Schweiz als Siegerin beenden konnte. Den Zieleinlauf habe ich genossen. Das Schweizer Fernsehen hat mich begleitet und im Sportpanorama einen Beitrag ausgestrahlt

http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/07/10/Mehr-Sport/Schweizer-Erfolge-beim-Ironman-Switzerland

Hier geht’s zum Skoda Test mit den Botschaftern:

http://www.testing-skoda.ch/de