1. Quartal 2008


Und es war knapp.... PDF Drucken
Sontag, 30. März 2008 17:49
Mit einer Qualifikationszeit von 3:36:2 erreichte ich den 9. Rang. Ich bin gut gestartet und die ersten 3 Runden (von 12) in 17 Sekunden gefahren. Das gäbe eine Kilometerzeit von 1:08. Leider konnte ich das Tempo danach nicht halten und verlor ab der Hälfte der Distanz. Ich habe mir im mentalen Bereich viel vorgenommen. Ich konnte mich bis 3 Runden vor Schluss gut auf die Fahrlinie konzentrieren und meine Ziele realisieren. Nach zwei Fahrfehlern war diese jedoch weg.

Die UCI Rangliste ist noch nicht nachgeführt. Gemäss unseren Berechnungen liege ich Punktgleich mit Verena Joos auf dem 9. Rang. Weil sie sich in Manchester einen Rang hinter mir platzierte (mit 0.13 Sekunden Rückstand!), konnte sie sich nicht für die olympischen Spiele qualifizieren. Die Auslegung des Regelementes ist nun klar. Es erhalten nur die ersten 9 Athletinnen von der UCI Rangliste einen Startplatz. Platz 10 und 11 rutschen nicht nach. Somit bin ich dabei! Der grosse Aufwand hat sich gelohnt.

Bis zu den Olympischen Spiele gibt es noch ein wichtiges Rennen – das Zeitfahren am 2. Mai in Sion. Dann wird entschieden, welche beiden Athletinnen die Schweiz im Zeitfahren vertreten. Die restlichen Strassenrennen und Rundfahrten bestreite ich als Vorbereitung, um im August in Topform zu sein. In den nächsten zwei Wochen werde ich primär lange Trainingsfahrten im Grundlagenbereich machen. Damit habe ich an diesem Wochenende begonnen und bin heute um den Napf gefahren. Bei angenehmen Temperaturen war das eine tolle Tour!

 
WM Vorbereitung in Aigle PDF Drucken
Dienstag, 25. März 2008 11:56

In den letzten zwei Wochen war ich einige Male in Aigle. Zweimal habe ich auch dort übernachtet. Sonst bin ich immer nach Hause gefahren. Normalerweise brauche ich knapp zwei Stunden. Doch als ich am Karfreitag um 7 Uhr losfuhr, schneite es. Zeitweise war die Autobahn schneebedeckt. Lange Zeit fuhr ich in einer Autokolonne hinter den Räumungsfahrzeugen mit 50km/h. Die Fahrt dauerte schlussendlich über 3 Stunden und war sehr anstrengend. Die Trainingseinheiten auf der Bahn waren sehr hart. Ich habe vor allem im Stehvermögen gearbeitet. Viele Einheiten absolvierte ich hinter dem Motorrad, zum Beispiel 6km je 4 Runden im Windschatten und 4 Runden alleine mit dem gleichen Tempo. Beim Autofahren war ich dann froh um den Tempomat. So mussten meine übersäuerten Beine das Gaspedal nicht bedienen. Die Ruhetage verbrachte ich mit Fotoshootings, Reiten, Massagen und Osterhasen suchen.

Seit gestern bin ich in Manchester. Ich bin am Nachmittag locker einige Runden auf der Bahn gefahren. Von vielen Seiten hört man, dass die Bahn schnell ist. Ich melde mich eventuell nochmals vor meinem Einsatz am Donnerstag.

 
Erste Strassenrennen in Australien/Neuseeland
Mittwoch, 05. März 2008 00:00
Die Tage in Down Under sind zu Ende. Am Sonntag vor einer Woche bin ich das Weltcuprennen in Geelong gefahren. Es war ein Rundkurs mit einem 1.5km langen Aufstieg, Total 8 x 15km. Meine Aufgabe war, in den ersten beiden Runden eine Ausreissergruppe zu formieren. Ich versuchte es in der ersten Runde zweimal. Es klappte leider nicht. Am Ende der ersten Runde fuhr ich bei einem Kreisverkehr rechts herum (in Australien herrscht Linksverkehr). Ich wollte so das Feld überholen. Beim Spurenwechsel übersah ich jedoch eine weisse Stange, welche die beiden Spuren trennte. Im letzten Moment versuchte ich zu bremsen und den Sturz zu verhindern. Ich konnte das Tempo ziemlich drosseln, machte aber einen Salto über die Stange. Mir passierte nicht viel und ich hetzte dem Feld hinterher. Einige Kilometer später gelang mir der Fluchtversuch zusammen mit 11 Fahrerinnen. Es beteiligten sich nicht alle an der Führungsarbeit. Wir lagen mehr als zwei Runden vorne, bevor wir vom Feld eingeholt wurden. Etwas später entwischte meine Teamkollegin Emma mit einer weiteren Fahrerin und sie machten den Sieg unter sich aus. Mit dem tollen zweiten Rang von Emma wurde unsere gute Teamarbeit belohnt. Es stellte sich danach heraus, dass mein Rahmen gebrochen ist. Wir verbrachten den Montag mit einer Massage und einem Fotoshooting bei unserem Sponsor 2XU. Danach ging ich eine Stunde joggen. Am Dienstag flogen wir nach Wellington zur Neuseeland Rundfahrt. Es wurde für mich ein neuer Rahmen ins Hotel geliefert. Mit einem Kriterium startete die Rundfahrt am Mittwochnachmittag. Es war eine Runde von 1.3km mit vier Kurven. Am Anfang war ich am Ende des Feldes. Ich konnte mich aber je länger das Rennen dauerte besser positionieren. Schlussendlich war ich in einer Spitzengruppe mit Joanne und Kristin. Leider musste ich wenig später abreisen lassen und fuhr die letzten Runden alleine. Joanne wurde 3. Am Donnerstag war die Etappe knapp 100km. Die Topografie war hügelig mit einem steilen Anstieg ca. 20km vor dem Ziel. Ich verlor im Anstieg den Kontakt zu den ersten 15 Fahrerinnen und fuhr mit der 2. Gruppe ins Ziel. Am Freitag war die Königsetappe mit vielen Anstiege und einer Bergankunft. Der letzte Anstieg war 10km lang. Wir arbeiteten hart und Kristin gewann die Etappe souverän. Sie übernahm gleichzeitig das Leadertrikot. Damit war auch unsere Aufgabe für Samstag klar. Es war ein Rundkurs über 12 x 10.5km mit einem 500m langen Aufstieg und einer gefährlichen Abfahrt. Die ersten drei Tage hatten wir sonniges heisses Wetter. Für Samstag und Sonntag war Regen angesagt. Wir hatten Glück, denn der Regen begann erst als wir uns auf der letzten Runde befanden. Es gelang uns mit einer tollen Teamleistung die Führung von Kristin zu sichern. Kurz vor dem Ziel kam es zu einem Massensturz. Ich befand mich zum Glück hinter dem Feld und konnte ausweichen. Sarah war darin verwickelt und ihr Ellenbogen wurde im Spital genäht. Am Sonntagmorgen war ein Zeitfahren über 6.5km an der Küste entlang. Der Regen machte eine Pause dafür war der Wind sehr stark. Ich wurde zweite mit 10 Sekunden Rückstand auf Kristin. Damit bin ich sehr zufrieden. Es lief mir von Tag zu Tag besser. Am Nachmittag fand die letzte Etappe auf einem 750m Rundkurs mitten in Wellington statt. Mit vier 90 Grad Kurven und einer 180 Grad Kurven war das nicht gerade ein Kurs für mich. Ich fand nie eine Gelegenheit, um nach vorne zu fahren. Das Feld fuhr mit hohem Tempo die ganze Zeit in Einerkolonne. Meine Teamkolleginnen hatten aber alles im Griff und Sarah fand Unterschlupf in der Spitzengruppe. Ihr 3. Rang rundete die erfolgreiche Rundfahrt ab, welche Kristin gewann. Am Montagmorgen flogen wir nach Melbourne zurück. Ich machte am Nachmittag eine lockere Ausfahrt bei sonnigen 36 Grad und genoss es, mal wieder alleine unterwegs zu sein (natürlich mit MP3 Player). Am Abend flog ich in die Schweiz zurück. Allerdings hatte der Flug Verspätung. So verpasst ich den Anschluss in Dubai und verbrachte einige Stunden ein einem Hotel. In den nächsten Monaten werde ich hoffentlich nicht so viel Zeit im Flugzeug verbringen wie in den letzten Wochen…
 
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